Besteht ein Zusammenhang zwischen dem Fleischkonsum und der Gefahr vom Blitz erschlagen zu werden? Wir gehen den Sachen in unserer Serie „Wissenschaft nonsense“ auf den Grund. Streng wissenschaftlich natürlich.

Das gefährliche Spiel mit den grellen Blitzen

Jährlich werden 800 Menschen in Deutschland vom Blitz getroffen, so der Verband der Elektrotechnik (VDE). Am häufigsten schlagen die Blitze im nordrhein-westfälischen Landkreis Wesel ein, mit 4,1 Blitzeinschlägen pro Quadratmeter. Am seltensten trifft es die Städte Flensburg und Frankfurt an der Oder mit nur 0,2 Blitzeinschlägen pro Quadratmeter. Blitzschutzexperten wie Thomas Raphael des VDE betonen immer wieder, dass unter Bäumen das gefährlichste Plätzchen schlummert. 1

Statistisch gesehen werden Männer bis zu fünfmal häufiger vom Blitz getroffen wie Frauen. Die Erklärung ist einfach, sie verleugnen nach wie vor die Gefahr, die von schweren Gewitterlagen ausgeht. Trotz Warnungen der Ehefrau verlassen sie das Haus für ein oder zwei Biere in der Kneipe ums Eck. Schlussendlich schlägt dann nicht nur der Alkohol zu Kopf, sondern auch der Blitz in eben diesen. Da nützt es auch nichts, Petitionen für groß angelegte Abholzaktionen der alten Eichen in der Innenstadt, beim Stadtrat vorzulegen. Aber es ist zu einfach, die Schuld alleine den Bäumen und den ungehorsamen Männern (die auch sonst in Sachen Medizin unbelehrbar sind) zuzuschieben. Es muss mehr dahinterstecken und wir sind bei unserer Recherche auf eine bahnbrechende Erkenntnis gestoßen. Was ist, wenn die Menschen aufgrund ihrer bevorzugten Ernährung vom Blitz getroffen werden?

Fleisch und Blitze – fataler Fehler der Rheinischen Post

Der Zusammenhang erscheint zunächst nicht sehr plausibel, aber schauen wir uns folgende Grafik an.

 

Quelle: RP online: http://www.rp-online.de/panorama/wissen/lustige-scheinkorrelationen-bid-1.4239905

Die Korrelation liegt bei gerundeten 87 %. Zufall? Wir glauben nicht. Der vermutete Zusammenhang zwischen dem Fleischkonsum und der Anzahl an Blitzschlägen kann kaum verleugnet werden. Unsere Kollegen der Rheinischen Post sahen das auch so und wollten diese anschauliche Grafik nicht unterschlagen. Leider kamen sie zu einem falschen Schluss. Genau gesagt führten hier anscheinend mangelnde Englischkenntnisse zu einem falschen Ergebnis. Aus der statistischen Vorlage geht zweifelsfrei hervor, dass es um den Fleischkonsum geht und nicht um den Bierkonsum.

Wir können uns den Fehler nur so erklären, dass das Wort Beef (Rindfleisch) mit dem englischen Begriff Beer (Bier) verwechselt wurde. Unseren Recherchen zufolge gibt es nur eine relativ unbekannte Biermarke, die sich „Beef“ nennt. Das in Deutschland hergestellte „Ratsherrn BEEF! – Dry Hopped Pilsener“ dürfte allerdings kaum so bekannt sein, dass es in amerikanischen Statistiken auftaucht. Interessant ist in diesem Zusammenhang nur, dass es für den begleiteten Verzehr von Grillfleisch empfohlen wird, wo sich der Kreis wieder schließt. Trotzdem scheint hier, ein grundlegender Fehler zu der falschen Begutachtung der Statistik geführt haben. Fatal, wie wir finden.

Leider kein Einzelfall, denn Studien zufolge herrscht bei den Deutschen, was die englische Sprache angeht, Verbesserungsbedarf. Laut dem EF English Proficiency Index (EF EPI) liegen die Deutschen hinsichtlich ihrer Englischkenntnisse, unter den 70 getesteten Nationen, lediglich auf dem 11. Platz. Die neuen Bundesländer schnitten bei der Bewertung am schlechtesten ab. Können diesbezüglich auch Rückschlüsse auf die Herkunft des verantwortlichen Journalisten gezogen werden? So weit wollen wir uns nicht aus dem Fenster lehnen. Trotzdem gilt noch die Frage zu klären, was haben Blitze mit Fleisch zu tun?

Fleischeslust kann zu elektrisierender Stimmung beitragen

Klären wir nun, warum Menschen mit einem hohen Fleischkonsum häufiger eine ungewollte Erleuchtung bekommen. Dass Menschen, die viel tierische Produkte verzehren, häufiger an Herz-Kreislauf-Erkrankungen leiden, ist bekannt. Dass Rinderhüfte und Co. allerdings auch unser Gehirn beeinflussen kann, ist noch recht neu.

Eine Studie, die von Wissenschaftlern des Brigham and Women’s Hospital im Jahr 2012 durchgeführt wurde, brachte überraschende Erkenntnisse hervor. Gesättigte Fettsäuren und Trans-Fettsäuren wirken sich negativ auf das Gehirn aus. Die Versuchsgruppe bestand aus rund 6000 Seniorinnen. Scheinbar bekamen die älteren Herrschaften in der Versuchszeit nur ungesunde Speisen, die reich an Butter und Fleisch waren, um das gewünschte Versuchsergebnis zu erzielen.

Ergebnis: Die kognitive Leistung sank und das Erinnerungsvermögen wurde zunehmend schwächer. Sollte am Ende also das Tierfleisch dafür verantwortlich sein, dass Menschen sich nicht mehr an die einfachsten Ratschläge hinsichtlich der Gewitterlage erinnern können und verwirrt unter Bäumen zu stehen kommen? Interessant ist ebenfalls, dass der Verzehr hoher Fleischmengen und der Blitzeinschlag an sich die gleichen gesundheitlichen Folgen haben können: einen Herzinfarkt.

Notfallcheckliste für Fleischliebhaber

Konsumierst du viel Fleisch? Wir haben dir die wichtigsten Vorsichtsmaßnahmen zusammengestellt. Die Liste kannst du dir ausdrucken und stets bei dir tragen. So kannst du auch mit Fleisch im Bauch deine kognitiven Leistungen abrufen.

  1. Nicht unter Bäumen stehen.
  2. Wenn du nicht rechtzeitig ein Haus oder ein Auto erreichst, stell dich in einem Abstand von 3 m neben einen Laternenpfahl.
  3. In Altbauten nicht duschen während eines Gewitters.
  4. Keine Eisenstange halten, denn Metall leidet besonders gut.
  5. Füße zusammen und in die Hocke gehen, so wirkst du kleiner.
  6. Nicht wegrennen, wenn ein Blitz neben dir einschlägt, denn die Spannung breitet sich kreisförmig aus. 1

 

 
Quellen: 

1. R+V Versicherungs AG
2. EF Education First


Autorin: Jennifer Ann Steinort
"Die Wissenschaft schafft Wissen" oder so ähnlich. Und wir würzen nochmal mit einer ordentlichen Prise Humor nach.

 

 

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