Schauspieler, Sportler und Co. haben eine Vorbildfunktion. Trotzdem machen sie lieber für Süßes und Fettiges Werbung, wie auch wieder beim diesjährigen Super Bowl. Woran liegt’s?

Die Liga der außergewöhnlichen Werbespots

Nach dem Super Bowl ist vor dem Super Bowl – zumindest was die Werbefilmchen angeht. Um die Verkaufszahlen der Produkte zu erhöhen, lassen sich das die Hersteller einiges kosten. Genau gesagt sind es 5 Millionen US-Dollar für 30 Sekunden. Dafür bekommen die Investoren eine einzigartige Plattform mit Millionen von Zuschauern. Nun gilt es das Produkt gut in Szene zu setzen. Wie würde das besser funktionieren, als mit dem passenden Staraufgebot? Wir erinnern uns an den legendären Pepsi Werbespot, indem Britney Spears, Pink und Beyoncé zusammen in die Arena stiegen. Auch beim diesjährigen Super Bowl waren die Hersteller von ungesunden Lebensmitteln ganz oben mit dabei. M&M, Budweiser, Pringels, Coca-Cola und Konkurrent Pepsi gehörten zu den Favoriten der Zuschauer. Auffällig viel Ungesundes war wieder am Start. Aber das ist nicht nur zu Zeiten von Sportwettkämpfen der Fall. Insgesamt werben Stars und Sternchen ungesund, so eine Studie.

Hauptsache nährstoffarm!

Die Forscher des NYU Langone Medical Center untersuchten das ungesunde Werbeverhalten von beliebten Musikern und publizierten die Ergebnisse in der Fachzeitschrift Pediatrics. Die zu untersuchende Gruppe wurde anhand der Billboard Magazine’s „Hot 100“ Song Charts und des Teen Choice Awards ausgewählt. Marie Brugg und ihr Team brachten 65 Popstars mit 57 Lebensmittelmarken in Verbindung. Darunter waren Justin Timberlake, Maroon 5, Britney Spears und Snoop Dogg. Lebensmittel und nicht alkoholische Getränke waren nach Gebrauchsgütern (Kopfhörer, Kosmetik) mit 18 % die zweitgrößte Kategorie, für die sich amerikanische Musiker in Szene setzten. Die Autoren der Studie ermittelten mithilfe des Nutrient Profile Models den Nährwertgehalt der Produkte, die im Mittelpunkt standen. Von den 26 beworbenen Lebensmitteln stuften sie 21 als nährstoffarm ein. Zudem waren bei den Getränken 49 von 69 Produkten mit Zucker gesüßt. Am häufigsten wurden kalorienhaltige Softdrinks beworben, während dessen Wasser nur dreimal beworben wurde.

Wie Snoop Dogg oder Snoop Lion, oder wie er gerade heißt, wohl für ein Wasser werben würde?

Die Werbeverträge der Stars

Studien haben bereits drauf hingewiesen, dass beworbene Lebensmittel den Appetit fördern und dazu animieren, mehr als notwendig zu essen. Die Marketingbranche hat es vor allem auf Jugendliche abgesehen. Jährlich investiert die Lebensmittelindustrie 1,8 Milliarden US-Dollar, um ihre Produkte bei Jugendlichen beliebter zu machen. Dafür unterschreiben Stars Millionenverträge. Zum Beispiel hat Beyoncé Knowles einen Werbevertrag mit Pepsi unterschrieben, der ihr etwa 50 Millionen US-Dollar zusichert. Justin Timberlake hat von dem McDonalds Konzern 6 Millionen US-Dollar erhalten, damit das gelbe M seine Melodie “I’m lovin’ it” verwenden darf. Werbung zeigt Wirkung, vor allem wenn bekannte Gesichter diese schmücken. Rapper Pitbull warb für den Softdrink Dr. Pepper und siehe da: Der Absatz des Getränks ist unter Lateinamerikanern um 1,7 % gestiegen.

Kinder und Jugendliche als Zielgruppe

Bereits im Jahr 2007 haben sich die größten multinationalen Lebensmittelhersteller dazu verpflichtet, keinem gezielten Kindermarketing nachzugehen, wenn es sich um ungesunde Lebensmittel handelt. Die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch hat allerdings aufgedeckt, dass die Unternehmen ihrer Verpflichtung nicht nachgekommen sind. Neun von zehn Produkten der Unternehmen erfüllen nicht die Anforderungen, mit der die Weltgesundheitsorganisation ein ernährungsphysiologisch ausgewogenes Lebensmittel beschreibt. Experten fordern deshalb, die „ungesunden“ Werbemaßnahmen, die sich an Kinder und Jugendliche richten, gesetzlich einzudämmen.

Quellen:

  1. https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/68013/Popstars-werben-fast-ausnahmslos-fuer-ungesunde-Lebensmittel
  2. https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/63895/Foodwatch-Kindermarketing-bei-ungesunden-Lebensmitteln-verbieten

Autorin: Jennifer Ann Steinort
"Die Wissenschaft schafft Wissen" oder so ähnlich. Und wir würzen nochmal mit einer ordentlichen Prise Humor nach.

 

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