Wir alle sehnen uns nach dem Wohlwollen des Universums. Vielleicht können wir es sogar bestechen? Wir verraten Tricks, wie es besser klappt mit dem Karma!

Manchmal ist die Welt herrlich gerecht!

Gerade hat die Frau mir noch einen gehässigen Blick zugeworfen, weil ich mit meinem Wocheneinkauf das ganze Einkaufsband belegt habe. Genervt hat sie also die Kasse gewechselt und siehe da: Das Kartenlesegerät ist dort kaputt. Fluchend lässt sie ihren Einkaufswagen stehen und verlässt den Laden. Ja, das Universum schickt uns manchmal einen Gruß. Aber in Wirklichkeit wünschen wir uns viel öfter, dass unsere guten Taten belohnt und ungerechte Taten von anderen bestraft werden. Wer das kann? Na das Karma!

Karma gibt es – gewissermaßen!

In einer groß angelegten Studie mit mehr als 700 Teilnehmern haben kanadische Wissenschaftler der York University das Karma unter die Lupe genommen. Die Professorin Myriam Mongrain beobachtete zusammen mit ihrem Team über mehrere Monate das Verhalten der Studienteilnehmer. Auch das Wohlbefinden hat dabei eine große Rolle gespielt. Ganz konkret sollten die Probanden täglich 5-15 Minuten aktiv etwas Gutes tun, zum Beispiel anderen Menschen helfen und sie unterstützen. Auch 6 Monate später haben sich die Studienteilnehmer glücklicher und selbstbewusster gefühlt, als vor ihren guten Taten. Auch die Psychologin Myriam Mongrain war überrascht von den Ergebnissen:

„Es war verblüffend zu sehen, dass Menschen sich glücklicher fühlen, wenn sie jemandem Barmherzigkeit widerfahren lassen.“

Sollten die Buddhisten am Ende doch Recht behalten?

Das dass Karma tatsächlich Bestandteil unseres Lebens sein kann, darauf wies als Erstes der amerikanische Psychologe Miron Zuckerman hin. Bereits in den siebziger Jahren waren Studenten und ihre Hilfsbereitschaft Gegenstand seiner Forschungen. Waren Studenten bereit einer blinden Frau vorzulesen, wenn sie mitten im Prüfungsstress waren? Tatsächlich, denn es gab einige Studenten, die bereit waren zu helfen. Nach der These von Zuckerman haben sie gerade wegen ihrer stressigen Prüfungsphase anderen geholfen. Im Rahmen der Studie kam heraus, dass die hilfsbereiten Probanden häufiger an eine gerechte Welt glaubten und davon überzeugt waren, dass jeder erhält, was er verdient. Nach den Folgerungen von Zuckerman wollten sie mit ihrem Verhalten womöglich das Universum gnädig stimmen, damit sie mehr Punkte bei der Klausur bekommen. Auch Psychologen aus Charlottesville und Chicago haben ähnliche Ergebnisse erzielt. Sie fanden heraus, dass ihre Studienteilnehmer eher bereit waren, Zeit oder Geld für Wohltätigkeitsorganisationen zu spenden, wenn sie darüber nachdachten, dass sie gerade selbst etwas „Glück“ gebrauchen konnten. Wenn Menschen also das Wohlwollen des Universums nicht selbst in der Hand haben, scheinen sie besonders motiviert zu sein, für andere etwas Gutes zu tun.

„Investing in Karma“- investiere in dein Karma!

Nun kann man der ganzen Sache glauben schenken oder eben nicht. Fest steht, jeder kann in sein eigenes Karma investieren. Genauso hat es Earl getan. Ihr kennt Earl nicht? Eine wirklich witzige Komödie in Serie, die rund um einen Kleinkriminellen namens Earl spielt. Nach einem Unfall glaubt er plötzlich an das Karma und versucht all seine schlechten Taten rückgängig zu machen. Das gelingt ihm mal mehr und mal weniger. Was lehrt uns das? Wir sollten in unser Karma investieren. Aber nur unverfälscht und völlig uneingeschränkt, denn der Glaube rund um das Karma beruht auf ehrlichen Taten. Wer weiß, vielleicht zahlt es uns das Universum doppelt negativ heim, wenn wir unsere guten Taten bloß „spielen“. Es nützt also nichts, wenn wir Bio-Bananen kaufen und diese zu Hause vergammeln lassen. „Pimp your Karma“ heißt ein Modelabel und verkauft ethisch korrekte T-Shirts. Mit Sicherheit reicht es aber nicht, sich davon ein paar Fummel zuzulegen. Denken wir nicht so abstrakt. Ein paar gute Taten in unserem Alltag sind ein guter Anfang und sollten das Karma gnädig stimmen.

 

Quellen:

  1. Zeitschrift P.M. MAGAZIN (Ausgabe 01/2012)/ mehr unter www.research.news.yorku.ca
  2. http://www.zeit.de/zeit-wissen/2015/05/karma-experiment-hilfsbereitschaft-gerechtigkeit

 


Autorin: Jennifer Ann Steinort
"Die Wissenschaft schafft Wissen" oder so ähnlich. Und wir würzen nochmal mit einer ordentlichen Prise Humor nach.

 

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